Begrünter, essbarer Stadtteil Hudtsberge

"Grün Leben, einfach Pflücken und nehmen. Gemeinsam lachen, genießen"

Wir haben ein Recht darauf, statt kaufen nehmen. Essbare Städte

Das Konzept „Wir haben ein Recht darauf, statt kaufen zu nehmen“ spiegelt eine spannende und nachhaltige Idee wider, die sich gut mit dem Thema essbare Städte verbindet.

Essbare Städte – was steckt dahinter?

Essbare Städte sind urbane Räume, in denen öffentliche Flächen, Parks, Straßenränder oder Gemeinschaftsgärten mit essbaren Pflanzen bepflanzt werden. Dabei geht es nicht nur um die Produktion von Obst, Gemüse und Kräutern, sondern auch um den Zugang zu frischen, gesunden Lebensmitteln für alle Menschen – unabhängig von ihrem Einkommen.

Das „Recht statt Kaufen“-Prinzip

  • Zugang statt Besitz: Menschen sollen das Recht haben, Lebensmittel direkt aus der Stadt zu ernten, ohne sie erst kaufen zu müssen.
  • Gemeinschaftliches Teilen: Statt individueller Konsum steht gemeinschaftliches Nutzen und Teilen im Vordergrund.
  • Nachhaltigkeit: Lokale, saisonale Lebensmittel verringern Transportwege, Verpackungsmüll und CO₂-Emissionen.
  • Soziale Gerechtigkeit: Essbare Städte fördern den Zugang zu gesunden Lebensmitteln auch für Menschen mit geringem Einkommen.

Beispiele und Umsetzung

  • Pflückgärten: Öffentliche Flächen, auf denen jeder Obst und Gemüse ernten darf.
  • Essbare Straßenränder: Bäume, Beerensträucher und Kräuter, die frei zugänglich sind.
  • Gemeinschaftsgärten: Orte, an denen Nachbarn gemeinsam anbauen und ernten.
  • Bildung: Workshops und Informationstafeln, die Wissen über Anbau und Ernährung vermitteln.

Warum das wichtig ist

Essbare Städte sind wie lebendige Ökosysteme, die Menschen, Natur und Stadt miteinander verbinden. Sie stärken das Bewusstsein für nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und schaffen Raum für Begegnung und Teilhabe.

Schafft auch Arbeitsplätze regional

Absolut, essbare Städte können regional Arbeitsplätze schaffen – und das auf vielfältige Weise:

1. Urban Gardening und Landwirtschaft

  • Gärtnerinnen und Landwirtinnen: Für die Pflege und Ernte der essbaren Pflanzen werden Fachkräfte benötigt.
  • Bildungs- und Workshop-Leiter*innen: Menschen, die Wissen über nachhaltigen Anbau und Ernährung vermitteln.
  • Berater*innen für nachhaltige Stadtentwicklung: Experten, die Städte bei der Integration essbarer Flächen unterstützen.

2. Verarbeitung und Vermarktung

  • Verarbeitung von Ernteüberschüssen: Herstellung von Marmeladen, Säften oder eingelegtem Gemüse – oft in kleinen, lokalen Betrieben.
  • Verkauf und Distribution: Lokale Märkte, Hofläden oder gemeinschaftliche Verkaufsstellen schaffen Arbeitsplätze.

3. Soziale und integrative Projekte

  • Arbeitsgelegenheiten für benachteiligte Gruppen: Essbare Stadt-Projekte bieten oft Plätze für Menschen mit geringeren Chancen am Arbeitsmarkt.
  • Freiwilligenkoordination: Organisation und Betreuung von Freiwilligenarbeit erfordert Personal.

4. Tourismus und Gastronomie

  • Stadtführungen und Events: Führungen durch essbare Stadtteile, Kochkurse oder Erntefeste schaffen neue Jobs.
  • Restaurants und Cafés: Nutzung regionaler, frisch geernteter Zutaten – das stärkt lokale Gastronomie.

Nachhaltige Wirkung

Diese Arbeitsplätze sind oft regional verankert, fördern lokale Wirtschaftskreisläufe und stärken die Gemeinschaft. Sie verbinden ökologische Verantwortung mit sozialem Mehrwert und wirtschaftlicher Resilienz.

Essbare Städte sind somit nicht nur grüne Oasen, sondern auch lebendige Wirtschaftsräume, die Menschen neue Perspektiven bieten.

Weniger Autoverkehr Menschen können vor Ort arbeiten

Essbare Städte können auch dazu beitragen, den Autoverkehr zu reduzieren, weil sie Menschen ermöglichen, vor Ort zu arbeiten und einzukaufen. Das hat mehrere positive Effekte:

Weniger Autoverkehr durch essbare Städte

  • Lokale Produktion und Nutzung: Wenn Obst, Gemüse und Kräuter direkt in der Nachbarschaft wachsen, entfällt oft die Notwendigkeit, mit dem Auto zum Supermarkt oder zum entfernten Arbeitsplatz zu fahren.
  • Arbeitsplätze in der Nähe: Urban Gardening, Pflege und Vermarktung schaffen Jobs in der direkten Umgebung, was Pendelwege verkürzt oder ganz überflüssig macht.
  • Förderung von Fuß- und Radwegen: Essbare Stadtteile sind oft grüner und attraktiver, was Menschen motiviert, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu gehen.
  • Gemeinschaftliche Treffpunkte: Gemeinschaftsgärten und Pflückflächen werden zu sozialen Zentren, die das lokale Leben stärken und den Bedarf an Mobilität verringern.

Nachhaltige Vorteile

  • Weniger CO₂-Emissionen: Weniger Autoverkehr bedeutet weniger Luftverschmutzung und geringeren Klimafußabdruck.
  • Gesündere Lebensweise: Mehr Bewegung durch Radfahren und Gehen sowie frische, regionale Lebensmittel fördern die Gesundheit.
  • Stärkung der Nachbarschaft: Kurze Wege und gemeinsames Gärtnern schaffen soziale Bindungen und erhöhen die Lebensqualität.

Essbare Städte wirken also wie kleine grüne Inseln, die den urbanen Alltag entschleunigen und nachhaltiger machen – mit weniger Verkehrslärm und sauberer Luft.